Bushaltestellen-Denkmal aus den 1970ern in Tegel dauerhaft erhalten!

Jahrelang prägten vielerorts die roten „Pop-Art“-Bushaltestellen das West-Berliner Stadtbild. Sie standen unter anderem am Goerdelersteg, am Walter-Schreiber-Platz und auf der Joachim-Tiburtius-Brücke. Viele Berliner kennen poppigen Wartehallen vor allem von den ehemaligen Autobahn-Haltestellen der Buslinie 65, die bis 1993 den Berliner Stadtring befuhr.
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Heute existiert nur noch ein letztes Wartehäuschen dieser Art am Haltepunkt „Luftfracht“ auf dem Gelände des Flughafens Tegel in Reinickendorf. Hier halten die Busse 128, TXL und X9.
Dieses Relikt aus den 1970er Jahren wollen zwei Tegeler nun als Denkmal dauerhaft sicherstellen. Felix Schönebeck (28), Vorsitzender des Vereins I love Tegel und Alex Schulz (34) selbst BVG-Mitarbeiter und Autor bei den Berliner Verkehrsblättern.

„Ich würde mich freuen, wenn dieses Stück 70er Jahre dauerhaft erhalten bleiben würde. Vielerorts fielen diese kultigen Wartehallen den modernen Glaskästen zum Opfer“, erklärt Schulz seine Initiative. Er wandte sich an Felix Schönebeck und bat ihn um Unterstützung. Schönebeck nahm daraufhin Kontakt mit BVG, Flughafengesellschaft (FBB) und den zuständigen Denkmalbehörden auf.

Sowohl BVG als auch FBB haben für die Idee bereits ihre Unterstützung zugesagt. Erst vor drei Wochen wurde die Bushaltestelle in den Originalfarbtönen neu lackiert. Bei der BVG konnte Schönebeck nun erreichen, dass auch die defekte Beschilderung erneuert wird.
„Es freut mich, dass unser Vorschlag auf offene Ohren gestoßen ist und ausdrücklich begrüßt wird. Dieses alte Stück West-Berlin muss erhalten bleiben. Sofern nötig auch an einem anderen Ort. Es wäre schade, wenn diese Erinnerung für immer aus dem Stadtbild verschwindet“, so Schönebeck.
Ob und inwieweit für das Wartehäuschen Denkmalschutz in Frage kommt, wird derzeit vom bezirklichen Denkmalamt in Reinickendorf und vom Landesdenkmalamt geprüft.

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